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Blindenführhunde helfen Sehbehinderten im Alltag

Mehr als ein treuer Begleiter -

Blindenhunde helfen Sehbehinderten im Alltag

Von Margret Bielenberg

 

In Deutschland leben etwa 145.000 blinde und rund eine halbe Million sehbehinderte Menschen. Viele von ihnen sind trotz ihrer Behinderung sehr mobil. Ein Blindenführhund kann ihnen noch mehr Unabhängigkeit geben.

Renate Kokartis öffnet ihre Haustür im schleswig-holsteinischen Hetlingen. Ein schwarzer Großpudel steht neben ihr und wedelt mit dem Schwanz. Er ist ihr Blindenführhund und hilft ihr oft weiter im Alltag. Dennoch: Nicht für alle blinden und sehbehinderten Menschen ist so ein Hund ein hilfreicher Begleiter, erzählt Renate Kokartis. Sie ist Bundessprecherin für Blindenführhundhalter im deutschen Blinden- und Sehbehindertenverband:

Es ist schon eine ausgesprochene Mobilität erforderlich und eine gute Orientierungsfähigkeit, denn der Hund weiß nicht von allein, wohin er da gehen muss. Da muss ich schon sehr genaue Hörzeichen erteilen, wie er zu gehen hat. Man muss den Plan im Kopf haben. Man muss auch damit rechnen, dass es mal nicht so geht,dass zum Beispiel Absperrungen da sind und der Hund Straßenseiten wechseln muss und vor allen Dingen sollte vorher das Training mit dem Langstock gemacht werden.
Mit Hilfe des Langstockes können Hindernisse oder Unebenheiten am Boden erkannt werden. Das Langstocktraining ist praktisch die Voraussetzung, um sich einem Blindenführhund anzuvertrauen. Dieses Training gibt jedem Blinden eine Grundsicherheit, sich in der Öffentlichkeit zu bewegen. Ein Führhund lernt rund 40 Hörzeichen umzusetzen, erklärt Nadja Steffen. Sie ist Tierärztin und Führhundausbilderin in Hamburg:

Der Hund wird letztendlich ausgebildet, dass er Kommandos befolgt wie geradeaus, rechts, links. Dass sie ihn so ein bisschen wie fernsteuern können. So ist es für einen Führhund beispielsweise nicht schwer, nach einem Kommando wie "rechts such Tür" den Eingang zum Bäcker zu finden. Das setzt allerdings eine sehr gute Orientierung des Blinden voraus. Nicht alle Hunderassen eignen sich als Blindenführhunde. Zu 80 Prozent werden Labrador-Retriever ausgebildet,dann folgen beispielsweise Golden Retriever, manchmal Airdale-Terrier, Schäferhunde und neuerdings auch Großpudel, die für Menschen mit Hundehaar-Allergien geeignet sein können. Die Ausbildung eines Führhundes dauert ein halbes bis dreiviertel Jahr:

Der Hund wird aufgezogen bis zur 8. oder 12. Woche bei der Führhundschule oder vom Züchter gekauft. Dann gibt die Führhundschule ihn zu einer Patenfamilie,wo er erst mal lernt, ganz normaler Haushund zu sein. Und mit einem Jahr kommt er zur Blindenführhundschule zurück und dann startet nach einem Wesens- und Gesundheitstest die Ausbildung. Einen Blindenführhund bekommt man bei einer Führhundeschule, wobei der Ausbilder darauf achten sollte, dass Mensch und Tier zusammen passen, meint  die Tierärztin. Der Hund kostet zwischen 17 und 25 000 Euro. Ein Führhund ist bei der gesetzlichen Krankenkasse zu beantragen. Erforderlich ist ein Attest des behandelnden Augenarztes. Wird ein Hund genehmigt, so übernimmt die Krankenkasse den Anschaffungspreis und die Folgekosten:

Die Kasse zahlt einen monatlichen Pauschbetrag für Futter und regelmäßige Tierarztkosten: die Impfung, die Entwurmung, Pflegemittel und Zahnsteinentfernung,diese Sachen. Wenn aber dann zusätzlich Erkrankungen da sind, das zahlt die Krankenkasse. Blindenführhundhalter zahlen keine Hundesteuer. Eine Hundehaftpflichtversicherung ist zu empfehlen, sagt Renate Kokartis. Am besten als Kollektivversicherung über die einzelnen Landesblindenvereine. Das kostet zwischen 30 und 35 Euro jährlich.

 



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